Eine Sternstunde des deutschen Fernsehens bei Sandra Maischberger

Die Außerirdischen kommen. Bild: der.Helge, Photocase.com  

Flucht! Nur noch raus! Als die blonde Buchautorin Sabrina Fox über Engel, ihre Liebe und das Lebensglück philosophiert, verlässt Joachim Bublath das Studio. Es reicht. Er hält es nicht mehr aus mit Johannes von Buttlar, Walter von Lucadou und vor allem Nina Hagen, “Ich kann neben solchen Menschen nicht sitzen, die so feindselig ist und immer so dreckig lachen”, sagt diese einige Minuten zuvor. “Er bezeichnet alles als lächerlich und abstrus. Da wehre ich mich dagegen und habe keinen Bock drauf. Guten Abend, meine Damen und Herren.” Als Bublath um Fassung ringend das weite sucht, ist sie begeistert. “Das Evil-Alien geht. Ich hoffe Du findest Liebe und Hoffnung und du wirst alle aussprechen lassen, vor allem meine Freunde hier.”, brüllt sie ihm hinterher und zappelt wild auf ihrem Platz herum. “Bitte bleiben Sie”, fleht Sandra Maischberger, aber es ist zu spät. Wenn Bublath einmal einen Entschluss gefasst hat, dann ist er nicht mehr umzustimmen. “Es ist irgendwie eher eine Therapie-Handlung, als eine Diskussion”, sagt er und geht.

Es ist kein Traum. Es ist Fernsehen. 00:30 Uhr, Sandra Maischberger, ARD. Es geht um Ufos, übernatürliche Phänomene und irgendwie auch um Wissenschaft. “Das war nicht nett, Nina”, schimpft Maischberger anschließend wie mit einem kleinen Mädchen und Nina schaut trotzig in die Kamera. “Ich geh’ gleich auch. Das ist nicht fair, wie Du mich hier behandelst. Ich bin heute hier her geflogen, habe Jetlag. Aber ich bin nicht durcheinander. Das stimmt nicht! Ich bin total klar”, kreischt sie laut und schneidet Grimassen in die Kamera.

Es ist unglaublich, abstrus, wahnsinnig, geisteskrank und doch wunderschön. Noch nie habe ich eine so tolle Sendung sehen. Vieles ist so verrückt, dass man es hier nicht aufschreiben kann. Es würde sowieso niemand glauben. Auch wenn Sandra Maischberger zum Schluss vor Verzweiflung das Gesicht in ihren Händen vergräbt, sie muss sich nicht schämen. Es war eine Sternstunde des Deutschen Fernsehens.

Die Wiederholung ist Pflichtprogramm. Samstag, 3. November, 23:30 Uhr. 3sat.

Ein Nachtrag:
Es gibt nun auch Ausschnitte bei Youtube.

:: Erster Zwischenfall
:: Bublath verlässt die Sendung

Weitere Eindrücke aus der Blog-Welt:

:: Marc Scheloske verteidigt den Wissenschaftsjournalisten Joachim Bublath, der es alles in allem ohnehin nicht leicht habe.
:: Markus macht seiner Enttäuschung über Joachim Bublath Luft. Sein Auftritt sei “unter jeder wissenschaftlichen Würde” gewesen.
:: Henrik K. Duff enthüllt, warum Bublath wirklich ging.
:: Patrick Jedamzik sucht nach dem Sinn hinter dem Chaos